165
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.66-10.66
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.66
German Translation
[1]  Der schwarzen Augen Liebe wird Mir nie genommen werden, So ist einmal des Himmels Loos, Und anders wird's nicht werden.
[2]  Der Nebenbuhler giebt nicht Ruh, Macht tausend Zänkereien, Vielleicht daß meine Seufzer nicht In Himmel kommen werden.
[3]  Am Tage der Bestimmung gab Man mir das Loos des Rausches; Was da gegeben wurde, wird Nicht mehr, nicht minder werden.
[4]  Ich habe keine Kraft als die, Im Stillen ihn zu lieben, Wenn ich ihn nicht umarmen kann, Was wird wohl aus mir werden?
[6]  Zum Trunk Rubin, ein Ruheplatz, Und einen Freund zum Schenken. Mein Herz! ist es dir nun nicht wohl, Wann wird's dir beßer werden?
[7]  Ihr Thränen, waschet nicht den Gram Weg aus Hafisens Busen, Vom Schwerdt des Freundes ist hier ein Maal, Es wird von neuem blutig werden.
436
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.8-32.8
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.8
German Translation
[1]  Hätte dieser schwarze Bart Mir ein Wort geschrieben, O das Blatt von meinem Seyn Wäre aufgeschrieben!
[2]  Bringet Trennung gleich zuletzt Früchte des Genusses, Besser wär's, man hätte jetzt Nicht verpflanzt den Samen. Deine Feder hört nie auf Zucker auszuströmen! Doch du zeigtest Liebe nicht, Schriebest keine Antwort. Hätte dich der Architekt Liebe nicht gebauet, Wär' mit Liebe Menschenthon Nicht geknetet worden?
[3]  Sage mir vom Paradies Nichts, du frommer Klausner, Denn mein Mädchen ist Huri, Und mein Haus ist Eden.
[4]  Nimmer ruht es sich bequem Auf der Liebe Soffa. Mangeln goldne Polster nur, Thun's auch Strohtapeten.
[5]  Gieb nicht für den Prunk Schebads, Für den Garten Erems, Eine Flasche voll von Wein, Eine Saat der Lippen. Was ist für ein Unterschied Zwischen unserm Wissen, Wer nicht sieht, was weiß er wohl, Was da schön und mild sey. Nicht allein in meinem Sinn Ist ein Götzentempel, Ueberall steht ein Alatr, Ueberall Idole.
[6]  Weises Herz, wie lang wirst du Leiden auf der Erde? Weh des Schönen, welches sich Hat verliebt in Wilde.
[7]  Von dem Kleid mit Wein befleckt, Rühret her das Unglück, Sage, wo ist wohl der Mann Deines Sinns und Herzens.
[8]  Warum ließ Hafis dein Haar Wohl aus seinen Händen, So ward es ihm einst bestimmt, Konnt' er anders handeln?
204
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.105-10.105
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.105
German Translation
[1]  Als du heimliche Blicke mir nachsandtest, Deine Liebe auf meinen Wangen strahlte, Erinnere dich!
[2]  Als mit Zürnen dein Auge mich entseelte, Zuckerlippen des Heilands Kraft entströmte, Erinnere dich!
[3]  Als des Morgens beim Wein im trauten Kreise Nur die Freundinn, und ich, und Gott mit uns war, Erinnere dich!
[4]  Als die Wangen den Glanz des Lichts entflammten, Und ein Schmetterling mein verbranntes Herz war, Erinnere dich.
[5]  Als in dieser Versammlung guter Sitten, Nur der Becher des Morgens trunken lachte, Erinnere dich.
[6]  Als Rubinen im Becher lachten, während Ich mit deinen Rubinen kos'te, Erinnere dich.
[7]  Als, mein Mond, du die Haub im Schlaf aufbandest, Und der Mond zu den Füßen stand als Diener, Erinnere dich!
[8]  Als wir trunken in Schenken saßen, und was Wir in keiner Moschee erfleh'n, besaßen, Erinnere dich.
[9]  Als der Verse Hafisens undurchbohrte Perlen Schöner glänzten, durch deine Pfleg' verbeßert, Erinnere dich.
388
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:29.7-29.7
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:29.7
German Translation
[1]  Frühling und Rosen erwecken die Lust; magst brechen die Reue! Reißen aus trauriger Brust fröhlich die Wurzeln des Grams.
[2]  Sieh der Morgenwind weht, und alle Knospen der Rosen Haben zerrissen ihr Hemd, billig der Sinnen beraubt.
[3]  Lern', o Herz! die Reinheit der Sitten vom perlenden Wasser, Von der Geradheit stell' Cedern als Muster dir auf.
[4]  Siehe, wie hat der Räuber der Ost die Locken zerstöret, Hyacinthen zerstreut um das Jasminengesicht.
[5]  Ha! die Braut der Knospen, sie raubt mit schmeichelndem Lächeln Auf die schöneste Art uns so den Glauben als Herz.
[6]  Trauergesänge Bülbüls und Philomelens Geweine Kommen der Rose zu Lieb aus dem Gemache des Grams.
[7]  Dir erzählte das Glas Hafis den Umlauf der Dinge nach des Sängers Spruch, und nach des Wirths Fetwa.
168
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.69-10.69
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.69
German Translation
[1]  Die Seele schmolz für das Geschäft des Herzens, Nichts ist daraus geworden, Verbrennt bin ich in diesem rohen Wunsche, Es ist mir nichts geworden.
[2]  Ich will einst bei der Nacht, so sprach der Liebling, Des Kreises Führer werden, Ich harrte sein; doch ist er nicht der Führer Von meinem Kreis geworden.
[3]  Er gab die Botschaft mir, ich will in's künft'ge Nur mit dem Trunknen sitzen, Im Rausch verlor ich meinen guten Namen, Er ist mir nicht geworden.
[4]  Wohl billig ist's, daß meine Herzenstaube Mit Wunsch umher sich treibet, Sie sah auf ihrem Weg das Netz der Locken, Und ihr ist's nicht geworden.
[5]  Der Wunsch, daß ich einst den Rubin der Lippen Im Rausche küssen möchte, Hat viel des Bluts auf's arme Herz gegoßen, Er ist mir nicht geworden.
[6]  Beginne deinen Weg nicht ohne Führer In das Gebieth der Liebe, Denn viel hab' ich mich drinn allein bemüht, Es ist mir nicht geworden.
[8]  Um's baare Geld die Gegenwart zu suchen, O wehe! mir o wehe! Gieng ich als Bettler zu dem Hochgeehrten, Es ist mir nichts geworden.
[9]  Es sann Hafis auf tausend neue Ränke In seinen Herzgedanken, Der Hoffnung, seinen Liebling zu bezähmen, Er ist nicht zahm geworden.
401
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:29.20-29.20
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:29.20
German Translation
[1]  Wenn ich der Staub der Freundinn bin, So reinigt sie den Saum von mir, Und wenn ich sage: kehr' dein Herz So kehret sie sich ab von mir.
[2]  Sie zeigt ihr schönes Angesicht Der ganzen Welt den Rosen gleich, Und wenn ich sage: deck' es zu, So decket sie es zu vor mir.
[3]  Ich sprach zu meinem Aug', o schau', Sie einmal an mit einem Blick; Mein Auge sprach zu mir: Willst du Es fließ' ein blut'ger Strom von mir.
[4]  Sie dürstet stets nach meinem Blut, Nach ihren Lippen dürste ich, Erhalte ich vielleicht mein Ziel, Rächt sie sich wohl vielleicht an mir.
[5]  Entflöhe mir aus Bitterkeit Die Seele, wie Ferhaden einst, So macht es nichts, es bleiben einst Der süßen Sagen viel von mir.
[6]  Wenn ich wie Kerzen vor ihr steh', Lacht sie wie's Morgenroth zum Gram; Und wenn ich böse drüber bin, So zeiget sie sich böse mir.
[7]  Ihr Freunde! eines Kusses halb Gäb' ich die ganze Seele hin, Seht! wegen solcher Kleinigkeit Bleibt sie zurück im Lauf mit mir.
[8]  Versiegle doch dein Wort Hafis, Denn wenn du so die Liebe singst, So singet vor in jeder Eck' Die Liebe Zaubereien mir.
1
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:1.1-1.1
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:1.1
German Translation
[1]  Reich mir o Schenke das Glas,Bringe den Gästen es zu,Leicht' ist die Lieb' im AnfangEs folgen aber Schwierigkeiten.
[2]  Wegen des Moschusgeruchs,Welchen der Ostwind geraubtDeinen gekrau'sten Locken,Wie vieles Blut entfloß dem Herzen!
[3]  Folge dem Worte des WirthsFärbe den Teppich mit Wein.Reisende sind der Wege,Sie sind des Laufs der Posten kundig.
[4]  Kann ich genießen der LustIn des Geliebten Gezelt,Wenn mich zum Aufbruch immerDer Karawane Glocke rufet!
[5]  Finstere Schatten der Nacht!Wogen und Wirbelgefahr,Können Euch wohl begreifen,Die leicht geschürzt am Ufer wohnen?
[6]  Durch die befriedigte LustWard ich zum Mährchen der Stadt,Kann ein Geheimniß bleibenDer Stoff der allgemeinen Sage?
[7]  Wünschest du Ruhe Hafis,Folge dem köstlichen Rath:Willst du das Liebchen finden,Verlaß die Welt und laß sie gehen.
286
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:16.15-16.15
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:16.15
German Translation
[1]  Gestern sagte zu mir ein Vielverständiger heimlich:Nimmer birgst du vor mir heimliche Dinge des Wirths.
[2]  Weiteres sprach er zu mir: Erleichtere Alles dir selber,Denn es fällt ja diese Welt immer den Schweren zu schwer.
[3]  Einen Becher gab er mir dann, von dessen GefunkelVenus zu tanzen begann; trinke, so sagt' er dazu.
[4]  Blutet dein Herz, doch lächle die Lippe dir ähnlich dem Glase,Ist dein Inneres wund, tanze mit Lautengetön!
[5]  Du erfährst kein Geheimniß bis du nicht Freundschaft beginnest,Denn in Unheilige dringt himmlische Kunde nicht ein.
[6]  Trinke, höre den Rath, mein Sohn, daß die Welt dich nicht kümmre;Wohl ein köstliches Wort, wenn du's zu fassen vermagst.
[7]  In dem Gemach der Liebe geziemt es sich nimmer zu sprechen,Jedes der Glieder sey dorten nur Auge, nur Ohr.
[8]  In dem Kreise der Weisen, sich selbst zu loben geziemt nicht;Du sey kundig des Worts, oder erzeige dich stumm.
[9]  Schenke gieb mir den Wein, Hafisens Trunkenheit kennetEr, der den Koran besitzt, Er, der gelinde Wesir.
490
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.62-32.62
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.62
German Translation
[1]  Ich bin allein der Narr Im Schenkenkloster, Es ist mein Buch und Kleid Für Wein versetzet.
[2]  Der Spiegel unseres Schahs Das Herz ist staubig, Ich fleh' deßhalb zu Gott Um Sinnserleuchtung.
[3]  Ich habe Buß' gethan Beim Weinverkäufer, Nun trink' ich nimmer Wein, Weil sie nicht da ist.
[4]  Erzürn' dich nicht, wenn dir Narzissen prahlen, Wer helle siehet, geht Nicht hinter Blinden.
[5]  Die Kerze sagt vielleicht Uns das Geheimniß, Es schenkt der Schmetterling Sich nicht des Wortes.
[6]  Es fließt ein steter Strom Vom Aug' zum Gürtel, O daß zum Ufer hin Man Cedern pflanze!
[7]  O bring' das Schiff des Weins! Ob ihren Wangen Ist jedes Aug' aus Gram Zum Meer geworden.
[8]  Sprich nur Verliebten nichts Als vom Geliebten, Ich achte Niemanden, Als Wein und Liebchen.
[9]  Wie lieblich klang mir nicht Die neue Sage, Erzählt am Schenkenthor Von meinem Christen;
[10]  Er sprach: wenn den Islam Hafis nicht achtet, Ach weh! was saget er Dann beim Gerichte!
9
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:1.9-1.9
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:1.9
German Translation
[1]  Die Gärten blühn im frischen Reiz der JugendBulbul hört von der Rosen Freudenkunde.
[2]  O Morgenwind kömmst du zu jungen Wiesen,Grüß mir Basilikon, Cypreß, und Rose.
[3]  Wenn mich des Wirths Knabe süß liebkoset,So weih' ich meine Wimpern ihm zur Bürste.
[4]  Du der mit Ambraschlägeln Ballen spielestSchlag mich Geschlagenen nicht mehr zurücke.
[5]  Ich fürchte, jene, die der Trinker spotten,Verlieren ihren Glauben selbst in Schenken.
[6]  Sey Männern Gottes Freund, es ist ein StäubchenIm Schiffe Noahs, dem die Fluth nicht schadet.
[7]  Begehr' kein Brot, verlaß der Erde Gasthof!Der Erde Wirth ermordet seine Gäste.
[8]  Was brauchts Palläste die zum Himmel reichenFür jenen der zuletzt im Staube schlummert?
[9]  O Kanaan's Mond! dein ist der Thron AegyptensZeit ists den finstern Kerker zu verlassen. Ich weiß nicht was du willst mit deinen Locken:Dein Moschushaar auf diese Art verwirrend.
[10]  Hafis trink Wein, betrinke dich, sey froh,Mach nicht zuletzt zum Fallstrick den Koran.
124
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.25-10.25
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.25
German Translation
[1]  Die Freundinn, deren Haarnarziß Der Schwärze Neid erreget hat, Sie, die mit den Verliebten noch Beständig was zu zanken hat.
[2]  Mit Schnelle geht sie über das, Was sie zunächst betrift, hinaus. Was ist hiebei zu thun, sie lebt, Ihr wißt, das Leben Eile hat.
[3]  Ihr strahlenvolles Mondgesicht Vom Schleier ihres Haars versteckt, Ist blos ein Sonnenangesicht, Das Wolken vorgezogen hat.
[4]  Mein Auge hat in jeder Eck' Vergoßen einen Thränenstrom, Damit der hohen Cedern Wuchs Beständig frisches Wasser hat.
[5]  Die Schelmenwimpern haben zwar Aus Irrthum ausgeschöpft mein Blut, Es mangle nie Gelegenheit hiezu, Weil man die beste Absicht hat.
[6]  Wenn was von ihren Lippen quillt, Das wahre Lebenswasser ist, So ist ein Dunst nur jener Quell, Den Choser im Besitze hat.
[7]  Dein trunknes Aug' verlanget sehr, Daß ihm mein Herz sey dargebracht, Natürlich! denn es ist ein Türk, Der nach dem Raub' Verlangen hat.
[8]  Ach meine kranke Seele darf Sich nicht erkundigen um dich, Beglückt der Kranke, welcher stets Von seinem Freunde Kunde hat.
[9]  Wenn würdigt sich dein trunkenes Aug', Herabzuschauen auf Hafis, Dein trunknes Aug', das überall Verzweiflung angerichtet hat.
411
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:30.7-30.7
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:30.7
German Translation
[1]  Veilchen brennet der Neid ob deinen Locken, Rosenschleier zerreißt dein holdes Lächeln.
[2]  Süße Rose verbrenn' die Nachtigall nicht, Welche Nächte hindurch für dich nur betet.
[3]  Ich, dem ehmals der Engel Hauch zur Last ward, Trage nun das Gerede deinetwegen. Deine Huld ist mein Loos, dein Staub mein Eden, Meine Ruh' dein Gebet, mein Seyn die Wangen.
[4]  Einen Schatz in dem Aermel tragen Bettler Deine Bettler gelangen schnell zur Herrschaft.
[5]  Zwar vereinen sich nicht der Wein, die Kutte, Doch vereine ich beide dir zu Liebe.
[6]  Wein und Liebegekos entflieh'n zur Stunde, Wo mein Haupt voll Begier zu deinem Staub wird.
[7]  Freund! gebrauche das Aug' als Erker; Laß es niemals allein, es ist ein Betort.
[8]  Wahrlich! schön ist der Wangen Flur, besonders Wenn Hafis der geliebte Sänger bleibt.
109
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.10-10.10
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.10
German Translation
[1]  Lange hat mir der Freund schon keine Botschaft gesendet, Lange hat er mir Brief, Worte und Gruß nicht gesandt.
[2]  Hundertmal schrieb ich, allein es hat mir der Führer der Reiter Keinen Bothen geschickt, keine Begrüßung gesandt.
[3]  Mir verwildertem Mann von halb verwirrtem Verstande Hat er keinen Mann, Fürsten vergleichbar, gesandt.
[4]  Ha! er wollte, daß mir der Vogel des Herzens entflöhe, Deßhalb hat er kein Netz von seinen Haaren gesandt.
[5]  Weh! es wußte der süße Schenk, ich wäre betrunken, Dennoch hat er mir nie Becher zum Labsal gesandt.
[6]  Und wiewohl er gewohnt, zu prahlen mit Wohlfahrt und Wohlthat, Dennoch hat er mir nirgend her Kunde gesandt.
[7]  Sey bescheiden Hafis, umsonst ist Klagen und Rechten, Wenn der gebietende Schah Dienern das Wort nicht gesandt.
338
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.30-28.30
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.30
German Translation
[1]  Ich bin ein Freund von schönen Wangen, Von seinem Haar, Ich bin verliebt in trunkne Augen, In reinen Wein.
[2]  Du sprachst: wir kennen uns von ewig, Nun sag' ein Wort, Ich sprach: Ich sag' es gern, doch trinken Wir eh ein Glas.
[3]  Ich bin ein Mann des Paradieses, Doch auf der Welt Bin ich durch Liebe schöner Knaben Gar tief verstrickt.
[4]  Es kümmert sich um Gluth und Flammen Die Liebe nicht. Ich bin gerade wie die Kerze, Fürcht' nicht die Gluth.
[5]  Schiras ist rother Lippen Bergwerk, Der Schönheit Quell, Ich Münzeloser bin deßwegen So sehr verwirrt.
[6]  Ich hab' so viele trunkne Augen Allhier gesehn, Daß ich nun keinen Wein mehr trinke, Und trunken bin.
[7]  Die Stadt ist von den Schmeicheleien Der Schönen voll. Ich habe Nichts, sonst kauft' ich gerne Dieselben aus.
[8]  Wenn noch einmal mein gutes Schicksal Zum Freunde führt, So kehr' ich mit Hurienlocken Den Teppich ab.
[9]  Hafis! es lüstet mich zu sehen Den Reiz der Braut, Allein ich habe keinen Spiegel, Drob seufze ich. Hafis ist von der Gluth der Dummen Ganz angebrannt, Wo ist der Schenke, daß er gieße Ins Feuer Fluth.
148
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.49-10.49
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.49
German Translation
162
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.63-10.63
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.63
German Translation
[1]  Schön sind die Rosen fürwahr! Nichts schöner ist. Schön! wenn dir bei der Hand Der Becher ist.
[2]  Jetzt sind die Tage der Lust, Genieß, genieß! Weil in Muscheln nicht stets Die Perle ist. Welch ein seltener Pfad! Der Liebe Pfad, Wo der Führende selbst Verirret ist.
[3]  Auf und trinke den Wein Im Rosenbeet, Weil die Dauer der Ros' So flüchtig ist.
[4]  Du, der's goldene Glas Füllst mit Rubin, Gieb's dem Manne, dem fremd Das Gold sonst ist.
[5]  Komm o Scheih und trink Im Weinhaus hier Einen Wein, der im Quell Kewßer nicht ist.
[6]  Willst du leben mit uns, Wasch' aus dein Buch, Weil, was Liebe dich lehrt, Im Buch nicht ist.
[7]  Hör' mich, bringe dein Herz Der Schönen dar, Welche ohne Geschmeid' Die Schönste ist.
[8]  Einen leichteren Wein Gieb mir, o Herr! Dessen Ende kein Weh Des Kopfes ist. Sieh mein silberner Götz Ist schöner, als Jeder Götze, der in Den Tempeln ist.
[9]  Ganzer Seele bin ich Ownisens Knecht, Der zwar meiner sich nicht Erinnernd ist.
[10]  Bei der Krone des Schahs Schwör' ich den Schwur, Daß die Sonne so hell, So schön nicht ist.
[11]  Nur derjenige schmäht Hafisens Vers Welcher selbst von Natur Nicht edel ist.
54
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.40-4.40
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.40
German Translation
[1]  Blutdurchstriemt ist der Apfel des Aug's von Weinen und Klagen, Siehe! dahin hast du liebende Augen gebracht.
[2]  Blut wird röthlicher Wein, wenn aus dem Glase des Kummers Trink' auf das Wohl des Munds und des betrunkenen Augs.
[3]  Wenn die Sonne im Ost von deinen Wohnungen aufgeht, Strahlet mein Stern sogleich heller, als Glückesgestirn.
[4]  Vom süßkosenden Munde Schirins, sang Lieder Ferhad einst, Und das Herz Medschnun's stecket in Leilas Haar.
[5]  Nimm mein Herz in die Hand, du gleichst den Cedern an Anmuth, Sprich ein einziges Wort, lieblich entfließt dir das Wort.
[6]  Schenke verschaffe mir Ruh' mit einigen kreisenden Gläsern, Denn die kreisende Welt hat mich zu Boden gedrückt.
[7]  Seit dem Augenblick, wo das Liebchen den Händen entflohen, Ist der Saum des Kleids wie von dem Oxus durchnäßt.
[8]  Wie ist es möglich, daß sich mein trübes Inner's erfreue, Liegt es doch nicht an ihm, sich zu erfreuen der Wahl.
[9]  Abgestorben der Welt sehnt sich Hafis nach Geliebten, Wie ein armer Mann nach dem Vermögen Karuns.
432
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.4-32.4
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.4
German Translation
[1]  Schenke betrunken vom Glase der Liebe Reiche den Wein! Fülle den Becher, denn traurig ist ohne Wein das Gelag.
[2]  Sieh'! wie der Mond sind die Wangen des Liebsten Schleier verhüllt; Spiele mir Sänger eins auf, und du Schenke Reiche den Wein!
[3]  Lege den Ring des gebogenen Körpers Dir um den Hals, Keine Erlösung sonst seh' ich von diesem Bitteren Schmerz.
[4]  In der Erwartung von deinem Gesichte Schwindet der Tag, Und die Gebilde des Traums sind von deinem Hochgenuß voll.
[5]  Ach! ich bin trunken von jenen zwei Augen, Wo ist das Glas? Ach! und ich kränkle ob jenen Rubinen, Wo ist der Schlaf?
[6]  Sag' mir, Hafis, wie du magst dem Geliebten Weihen das Herz. Ward je ein Durst'ger in Wüsten vom Schein des Wassers gelabt.
381
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.73-28.73
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.73
German Translation
[1]  Wiewohl wir des Kaisers Diener sind, So sind wir doch Kaiser des Morgentrunks,
[2]  Im Aermel der Schatz! der Sack geleert! Der Spiegel der Welten! der Staub des Wegs!
[3]  Gesättigt von Lust, berauscht mit Stolz, Versink ich in Sünden in Einigkeit!
[4]  So oft mich der Freund des Glücks liebkos't, So spiegelt in mir er sein Mondgesicht,
[5]  An jeglichem Abend flehen wir Als Hüter der Krone des Schahs zu Gott.
[6]  O rechne mein Streben dir zum Glück, Ich war indessen du schlafen liegst,
[7]  Der siegende Schah, er weiß es wohl, Wohin ich gewendet des Muths Gesicht
[8]  Den Feinden aus Blut ein Leichentuch! Den Freunden das rühmliche Kleid des Siegs!
[9]  Ich berge mich nicht in Heuchelei, Ich sag', daß ich Schlange und Löwe bin,
[10]  O gebet Hafisen doch zurück Den Glauben, gestehet den Diebstahl ein.
41
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.27-4.27
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.27
German Translation
[1]  Wie wohl der Wein die Herzen erfreut, Wie wohl der Wind die Rosen verstreut, So trink' doch nicht zum Lautengetön, Denn scharf ist der Wächter.
[2]  Wenn eine Flasche oder ein Freund Von ungefähr zu Händen dir kommt, So trinke mäßig, und mit Verstand; Die Zeiten sind böse.
[3]  In deinen Kuttenärmel hinein Versteckest du mit Sorgfalt das Glas, Sieh unsre Zeiten träufen von Blut, Wie das Auge der Flasche.
[4]  Mit Thränen will ich waschen hinweg Aus meiner Kutte Flecken des Weins. Wir leben in der Mäßigkeit Zeit, In Tagen der Faste.
[5]  Verlange von den Zeiten nicht Ruh', Und thu' Verzicht auf Güter der Welt, Der reinste Wein von diesem Gefäß Ist trübe wie Hefen.
[6]  Der Weltlauf ist ein blutiger Stahl, Sieh nur als Tropfen fallen herab, Der Nuschirwane glänzendes Haupt, Die Kron' der Perwise.
[7]  Mit deinen Liedern hast du Hafis Bisher erobert Fars und Irack, Tebris und Bagda harren nun dein, Die Reih' ist an ihnen.